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HellsehenBei diesem Phänomen muß
zwischen räumlichen und psychometrischen Hellsehen, dem zeitlichen
Hellsehen oder der Vorschau und den Erlebnissen, unterschieden werden.
Grundsätzlich ist zu sagen, daß unter Hellsehen im strengen Sinne nur
außersinnliche Wahrnehmungen eines niemanden bekannten Gegenstandes oder
Vorgangs zu verstehen sind. In der Praxis geht es dann unter anderem um das
Lesen verschlossener Briefe und um Angaben über kommende Ereignisse.
Das räumliche Hellsehen bezieht
sich einmal auf Gegenstände, die den Sinnen völlig entzogen sind, sich
aber in der Umgebung der hellsehenden Person, des Mediums, befinden. In diesem
Falle wird von Kryptoskopie gesprochen (Schauen). Die Gegenstände
oder Vorgänge können vom hellsehenden Medium aber auch weiter entfernt
sein. Dann handelt es sich um Teleskopie. Das zeitliche Hellsehen geht
bereits in die Prophetie über. Es hat mit der zeitlichen
Rückschau (Retroskopie) und mit der zeitlichen Vorschau
(Prophetie) zu tun.
Hellsehversuche wurden wiederholt
durchgeführt. Sie sind durch eine gewisse Verschwommenheit der Aussagen
charakterisiert, als müßte das Medium sich erst durch einen Ozean
fließender Bilder allmählich hindurchtasten. Die zeitliche
Rückschau bewegt sich auf gleicher Ebene. Schwieriger verhält es sich
mit der zeitlichen Vorschau und mit dem Zweiten Gesicht. Beide Phänomene
hängen zusammen, in beiden Fällen werden Dinge geschaut, die zeitlich
überhaupt noch nicht da sind. Zum Verständnis solcher Phänomene
tragen viele Theorien und Erklärungsversuche bei, so diejenigen, die von
einer Überzeit und von einem Überraum ausgehen, wo bereits alle
Ereignisse der Zukunft vorgegeben sind.
Das Zweite Gesicht:
Diese Gabe ist an bestimmte Personen
gebunden, und es wird angenommen, sie sei erblich. Jedenfalls wird das von den
Spökenkiekern Westfalens und auch Schottlands berichtet. Inwieweit die
Landschaft auf solche Befähigungen begünstigend einwirkt, konnte
bislang noch nicht einwandfrei erforscht werden. Spökenkieker sind oft
Urheber von Geistergeschichten und üben zuweilen die Hellseherei und
Wahrsagerei als Beruf aus. Sie sehen ihre Visionen im Wachzustand und sehen vor
allen Dingen Ereignisse voraus, die mit Sterbe- und Unglücksfällen zu
tun haben, also eine Gefährdung biologischer Urschichten bedeuten. Solche
Ereignisse können noch nach Jahren eintreffen. Die Seherkraft kann sich
aber auch auf das Vorhersehen von Besuchen beschränken und tritt nicht nur
wie im Falle der Prophetie einmalig oder selten auf. Die Gesichter erscheinen je
nach dem Typus des Sehers im Wach- oder Dämmzustand des Bewußtseins.
Sie sind oft so klar, daß Personen und Gegenstände unverwechselbar
erkannt werden können. Es heißt auch, das Gesicht könne sich auf
den übertragen, der den Seher berührt. Während die einen solche
Fähigkeiten preisen, halten die anderen sie für ein Sinnbild des
Unglücks.
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